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Gerätesatz
Absturzsicherung
(Empfehlung des Arbeitskreises Höhenrettung NRW)
Auffanggurt mit vorder- und rückseitiger Fangöse
Der Auffanggurt muß den Anforderungen der DIN EN 361 genügen.
Empfehlungen:
* Universalgröße verwenden; unterschiedliche Größen
sind im Einsatz umständlicher zu handhaben
* Seitliche Materialschlaufen sind von Vorteil; hier kann mitzuführendes
Material befestigt werden
* Brust- und Beinschlaufen sollten mit Schnellverschlussschnallen versehen
sein
* Eine Rückenstütze bietet besseren Tragekomfort
(hier gibt es eine sehr grosse Auswahl aus dem Industrie- und aus dem
Bergsportbereich. Man sollte sich gut beraten lassen und nicht am falschen
Ende sparen. Vor allem ist auf einfaches Anlegen zu achten - es ist sicherer
und schneller.)
Kernmantel-Dynamikseil
Das Kernmantelseil muß den Anforderungen der DIN EN 892 genügen.
Der Durchmesser sollte mind. 10,5 mm betragen.
Empfehlungen:
* Durchmesser 11 mm (Ein größerer Seildurchmesser erhöht
die Sicherheit!)
* Seillänge 60 m (mindestend 40 m)
* Anzahl der Normstürze 8
* Zusatzanforderung: Scharfkantentest!
* Fangstoß < 10 kN
* Für das verwendete Seil können zertifizierte Endverbindungen
(Knoten, Auge, usw. ...) als Alternative zum Achterknoten genutzt werden.
(Zusätzlich auf Imprägnierung achten. Ein schlecht imprägniertes
Seil kann bei Regen/Schnee verdammt schwer und unhandlich werden.)
Bandschlingen, endlos vernäht
Bandschlingen müssen den Anforderungen der DIN EN 566 genügen
(Empfehlenswert sind Bandschlingen, die zusätzlich den Anforderungen
der DIN EN 354 entsprechen).
Empfehlungen:
* Zugfestigkeit: mind. 22 kN
* Anzahl mind. 15 (gilt für Kernmantel-Dynamikseile mit einer Länge
von 60 m, andere Seillängen erfordern eine entsprechend größere
/ kleinere Anzahl Bandschlingen)
* Länge 80 cm - 120 cm (um Verwechslungen zu vermeiden ist nur eine
Länge zu verwenden)
* Zusätzliche Kennzeichnung mit Herstellungsdatum
(Bei vielen Bandschlingen - aber nicht allen - kann man an der Anzahl
der eingewebten Kennfäden die Zugfestigkeit ablesen. Pro Streifen
= mind. 5 kN)
HMS-Karabinerhaken
HMS-Karabinerhaken müssen den Anforderungen der DIN EN 12275 genügen.
Es sind Karabiner mit Schraubverschluß zu verwenden (Achtung: Diese
Karabiner sind nicht für Bereiche mit starken Schwingungen geeignet,
z.B. Hubschraubereinsätze, bestimmte Industriebereiche,...!).
Die Verwendung von Aluminium- oder Stahlkarabinern ist freigestellt!
Empfehlung:
* Mindestfestigkeit: 22 kN
* Anzahl: mind. 17 = Anzahl der eingesetzten Bandschlingen + 2 zusätzliche
Karabiner als Anschlagkarabiner und Verbindungsmittel zwischen Seil und
Gurt
* Möglichst große Schnapperöffnung, da Karabiner häufig
auch als direktes Anschlagmittel an geeigneten Festpunkten verwendet werden
Sicherung im Nahbereich
(bis 2 m)
Eine Sicherungsmöglichkeit mit Falldämpfer nach DIN EN 355 für
Sicherungsmann und / oder Retter.
Befindet sich der Sicherungsmann im absturzgefährdeten Bereich, ist
er ebenfalls mit einem Auffanggurt auszustatten.
Empfehlung:
* Falldämpfer mit 2 großen Anschlagkarabinern (sog. Y-Schlingen
mit Rohrhakenkarabinern)
Helmlampen
Um ein sicheres Arbeiten in der Dunkelheit zu ermöglichen, wird der
Einsatz von Helmlampen für jeden zu sichernden und ggf. auch für
den Sicherungsmann empfohlen. Die Ausleuchtung einer höher gelegenen
Einsatzstelle vom Boden aus, ist aufgrund von Blendwirkungen nicht möglich.
Halteclipse ermöglichen es, herkömmliche Helmlampen auf Feuerwehrhelme
zu montieren.
Transportsäcke
Empfehlung:
* Inhalt mind. 30 l
* Tragriemen
* wasserundurchlässig
* Rucksackbegurtung
Zusätzliche Ausrüstung
Kantenschutz
Dem Gerätesatz ist eine ausreichende Menge Kantenschutz beizufügen.
Als Kantenschutz eignen sich:
* Industriell gefertigter Kantenschutz (für Bandschlingen und Seile)
* Wolldecken (ggf. für Seile)
* D-Druckschläuche (um Bandschlingen einzuziehen)
Handschuhe
Hier eignen sich für den Sicherungsmann Feuerwehrschutzhandschuhe
(z.B. Leder)
(dünnere Handschuhe die mehr Tastgefühl zulassen sind sinnvoller)
Andere Sicherungsgeräte
Andere Sicherungsgeräte können eingesetzt werden, wenn eine
entsprechende Aus- und Fortbildung am Standort gewährleistet ist.
Dabei ist durch die Ausbilder auf die Besonderheiten dieser Sicherungssysteme
gem. Gebrauchsanleitung des Herstellers hinzuweisen!
(Sehr heikle Angelegenheit, denn hier ist viel Halbwissen im Umlauf. Also
besser von echten Fachleuten, Herstellern schulen lassen. Jaja - Theorie
und Praxis)
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Zusätzliche Empfehlung (Brandschutz- und
Katastrophenschutzschule Heyrothsberge):
* Statische Erstsicherung für die zu rettende Person
* 1 Rettungsdreieck (EN 1498 B) mit Stahlkarabiner und Sicherung gegen
unbeabsichtigtes Öffnen sowie eine Bandschlinge (1.2 m)
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(in Klammern und
kursiv Anmerkungen vom Autor)
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